Einleitung
Dieser Artikel erklärt, warum der REST-Port im Betrieb mit mehreren BO-Server-Instanzen ein Sonderfall ist und wie er korrekt konfiguriert wird. Er ergänzt den Artikel zur automatischen Port-Vergabe und gilt explizit für Installationen mit mehr als einer BO-Server-Instanz auf derselben Maschine. Der REST-Port 8085 ist global fest und wird nicht je Instanz automatisch hochgezählt. Im Mehr-BO-Betrieb darf deshalb immer nur eine Instanz den REST-Host aktiv betreiben. Welche das ist, wird manuell über einen Autostart-Schalter festgelegt.
Warum der REST-Port ein Sonderfall ist
Anders als SignalR- und Fusion-API-Ports, die seit Version 11.0.5 automatisch je Instanz eindeutig vergeben werden, hat der REST-Port keinen Instanz-Offset. Alle BO-Server-Instanzen zielen auf Port 8085. Das Betriebssystem HTTP.SYS erlaubt jedoch nur eine Registrierung pro Adresse und Port. Die zuerst startende Instanz gewinnt, jede weitere kann den REST-Host nicht starten.
Was im Betrieb passiert
Wenn mehrere Instanzen gleichzeitig versuchen, Port 8085 zu belegen, schlägt der Start des REST-Hosts bei allen außer der ersten Instanz fehl. Sichtbares Symptom ist, dass WERBAS.blue und die Cloud-Anbindung nur über die eine Instanz erreichbar sind, die Port 8085 belegt hat. Alle anderen Instanzen liefern Endpunkt nicht gefunden.
Typische Feldsymptome im Mehr-BO-Betrieb
Beobachtung |
Bedeutung |
Eine Instanz ist über Cloud oder Blue erreichbar, andere nicht |
Nur eine Instanz hat Port 8085 erfolgreich registriert |
REST-Host-Start schlägt fehl |
HTTP.SYS blockiert die Registrierung für weitere Instanzen |
| Endpunkt nicht gefunden bei Zusatzinstanzen | Die betroffene Instanz betreibt keinen eigenen REST-Host |
Wann der REST-Host startet
Der REST-Host startet automatisch, wenn mindestens eine Firma der Instanz eine aktive REST-Lizenz besitzt und der REST-Autostart für diese Instanz aktiviert ist. Da beide Bedingungen in einer Mehr-BO-Umgebung für mehrere Instanzen gleichzeitig zutreffen können, entsteht ohne gezielte Steuerung ein Konflikt.
Richtige Konfiguration im Mehr-BO-Betrieb
Der zuverlässige Steuerhebel ist der REST Service Autostart, der für jede Instanz einzeln gesetzt wird. In der BO-Server-GUI befindet sich dieser Schalter im Tab REST Service. Auf der zuständigen Instanz bleibt die Checkbox aktiviert. Auf allen anderen Instanzen wird sie deaktiviert. Dadurch belegt genau eine Instanz den Port 8085, unabhängig von Startreihenfolge und Neustarts.
Warum das manuelle Ändern des Ports keine Lösung ist
Ein Ändern des REST-Ports auf einen anderen Wert als 8085 ist kein dauerhafter Workaround. Das System setzt fehlende oder geänderte Konfigurationswerte automatisch auf den Standardwert 8085 zurück. Zusätzlich erwarten Client-Komponenten fest den Port 8085 und können keinen abweichenden Port nutzen. Eine nicht sauber beendete Instanz kann den Port außerdem weiter blockieren, obwohl sie nicht mehr aktiv arbeitet.
Abgrenzung zu SignalR und Fusion API
Die folgende Tabelle stellt die Unterschiede zwischen den automatisch vergebenen Ports und dem REST-Port gegenüber.
Vergleich der Portlogik
Aspekt |
SignalR / Fusion API |
REST-Port 8085 |
Vergabe |
Pro Instanz, automatisch seit Version 11.0.5 |
Global fest, kein Instanz-Offset |
Mehr-BO-Betrieb |
Jede Instanz bindet ihren eigenen Port |
Genau eine Instanz bindet Port 8085 |
| Steuerung | Setup automatisch | Manuell via REST Service Autostart je Instanz |